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Naturkindergarten Buchholz
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Die Erzieher im Naturkindergarten Buchholz e.V.



Kindergartenleitung Martina

Kindergartenleitung Martina Lehmann

Seit mehr als 10 Jahren leitet Martina Lehmann den Naturkindergarten Buchholz e.V. Sie hat im Wald einen Waldkindergarten zum Vorzeigen geschaffen. Mit Leib und Seele ist sie tagtäglich dabei, ein fester Halt für die Kinder, ein Vorbild für alle Erzieher und ein Segen für die Eltern, die sich 100% auf sie verlassen können.

Das Waldkindergartenkonzept geht durch Ihre langjährige Erfahrung voll auf.





Bericht einer Erzieherin

Kinder im Wald mit Erzieherin Schon lange vor unserem eigentlichen Arbeitsbeginn um 8:30 Uhr beschäftigen wir uns mit den Vorbereitungen für den Tag. Durch den obligatorischen Blick aus dem Fenster und auf das Thermometer oder mit einen morgendlichen Spaziergang. Das Wetter ist eine Art Spielkamerad und wird unseren Tag mit den Kindern beeinflussen. Entsprechend wählen wir unsere Dienstkleidung und packen die Rucksäcke: Was wollen wir heute vorlesen? Wird das Tarp (die Zeltplane) gebraucht? Dann noch schnell den Wassersack füllen, das Handy, Bestimmungsbücher, Utensilien für ein Projekt einpacken, und los gehts.

Kurz vor 8:30 Uhr treffen die ersten Kinder mit ihren Eltern am vereinbarten Treffpunkt auf dem Parkplatz am Waldrand ein. Jetzt beginnt die eigentliche pädagogische Arbeit. Jeder wird mit Namen begrüßt, einige haben schon was Wichtiges zu zeigen oder zu erzählen, andere gehen schon mal auf Entdeckungstour: Guck mal, da wächst ein Pilz!

Außerdem gibt es immer einen kurzen Informationsaustausch zwischen Eltern und uns: Habt ihr eine Regenjacke gefunden?, Morgen kommen wir nicht. Außerdem ist Organisatorisches zu klären.

Kai bereitet Klettern vor Nachdem sich die Eltern von ihren Kindern verabschiedet haben, bilden wir Erzieherinnen und die Kinder den Morgenkreis. Dies ist ein fester und wichtiger Bestandteil in unserem Tagesablauf. Wir singen ein Begrüßungslied, nehmen erste Eindrücke der Umgebung wahr und beziehen sie ein vielleicht geht die Sonne gerade schön auf oder der Wind rauscht heute besonders auffällig in den Bäumen. Im Kreis wird auch festgestellt, wer fehlt, um die abwesende Kinder in Gedanken mit einzubeziehen. Dabei berichten die Kinder auch über ihre Erlebnisse vom Vortag. Im Morgenkreis begrüßen wir uns nicht nur gegenseitig, sondern auch alle anderen Lebewesen des Waldes wie Pflanzen und Tiere.

Schließlich spielen wir noch Stille Post oder machen ein Naturrätsel und entscheiden dann gemeinsam mit den Kindern, zu welchem Platz wir gehen heute wollen; oft entsprechend dem Wetter).

Dann machen wir uns auf den Weg! Die Länge des Spaziergangs beträgt pro Tag nicht mehr als 2 bis 3 Kilometer. Manchmal schaffen wir diese Strecke sehr schnell, manchmal aber sind wir auch sehr langsam. Weil wir noch müde sind oder viele interessante Stöcke mitgenommen und Pilze, die am Weg wachsen, oder Nacktschnecken bestaunt werden müssen.

Am jeweiligen Platz angekommen, haben die Kinder für etwa 1,5 Stunden zunächst die Möglichkeit, ihrem Spiel und ihren eigenen Naturerkundungen frei nachzugehen. In dieser Zeit beobachten wir Erzieherinnen die Kinder, geben Hilfestellungen im Spiel oder nehmen Ideen und Vorschläge der Kinder auf, um sie eventuell in die pädagogische Arbeit einfließen zu lassen. Während des freien Spiels geht die Initiative von den Kindern aus, die von den Erzieherinnen nur unterstützend begleitet wird.

Gegen 9:30 Uhr findet dann an einem geeigneten Platz ein erstes gemeinsames Frühstück statt ein zweites folgt gegen 11:30 Uhr. Bei Regen spannen wir unser Tarp auf, so dass wir es gemütlich haben. Die Kinder und auch wir packen die Isomatten aus, damit wir beim Frühstück warm und trocken sitzen. Und am Wassersack stehen schon einige Kinder, die sich vor dem Frühstück ihre Hände waschen wollen. Nun reichen sich alle die Hände und singen ein Frühstückslied. Gemeinsam essen die Kinder und wir Erzieherinnen dann unser mitgebrachtes Frühstück, das gesund (viel Obst, Brot und Tee) und abfallarm (keine Verpackungen) ist. Je nach Wetterlage dauert das Frühstück zwischen 10 und 20 Minuten.

Und was erleben wir?

Theateraufführung Die Zeit nach dem Frühstück wird durch die momentane Stimmung der Kinder bestimmt: mal gehts ans Basteln und Werken mit Naturmaterialien, mal sind Rollenspiele, Theater, Bilderbuchbetrachtungen oder Märchenerzählen gefragt. Ein anderes Mal beschäftigen wir uns mit Pflanzen- und Vogelkunde, um dem Wissensdurst der Kinder nachzukommen oder die Kinder malen Bilder (die Malsachen haben wir immer dabei). So entstehen auch unsere Themen-Projekte durch die speziellen Interessen der Kinder. Im Sommer bieten wir Wahrnehmungsspiele zu den Pflanzen und Tieren des Waldes an, im Herbst beschäftigen wir uns mit Blättern oder bestimmen Pilze.

Zudem werden unsere jeweiligen Aktivitäten wie schon erwähnt - stets den aktuellen Wetterverhältnissen angepasst. Daher können vorbereitete Angebote auch nicht immer sofort durchgeführt werden. Ist es kühl, machen wir ein Bewegungsspiel oder einen Abenteuerspaziergang. Bei Regen bietet es sich an, unter dem Tarp eine Geschichte zu erzählen, zu Basteln oder eine Traumreise zu machen. Dafür bauen wir oft eine mitgebrachte Hängematte auf, die von den Kindern zum Schaukeln oder Träumen genutzt werden kann.

Doch nicht nur auf Grund des Wetters werden die Tage oft spontan und flexibel gestaltet. Manchmal kommt einfach etwas Interessanteres dazwischen. Wenn die Kinder im Wald Rehe sichten und ihr ganzes Interesse darauf richten oder ein toter Frosch unbedingt begraben werden muss.
Martina im Schnee Die Kinder sind sehr kreativ, erfassen ihre Umgebung und entdecken dabei immer wieder die verschiedensten Tiere und Pflanzen. Aus den Kinderspielen entwickeln sich auch viele Bastelideen und natürlich jede Menge Fragen, die von uns Erzieherinnen so gut es geht beantwortet werden.

Wir nehmen die Impulse der Kinder auf, um sie zu unterstützen und fördern sie, eigene Möglichkeiten des Spiels zu entdecken.
Natürlich besteht unser Tag auch aus Trösten, Konfliktlösung, Zuhören, Motivieren und Hilfestellung bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben wie die Brotdose zu öffnen, Handschuhe anzuziehen oder dem Klogang.

Bevor wir uns langsam auf dem Rückweg zum Treffpunkt machen, finden wir uns zum Abschlusskreis zusammen. Wir reflektieren den Tag in der Natur dazu gehört auch, die Erlebnisse der Kinder und das Wetter des Tages in unserem Wettertagebuch festzuhalten. Und mit dem Redestab in der Hand erhält jeder die Gelegenheit, zu erzählen, was ihm an diesem Tag besonders gut oder gar nicht gefallen hat. Außerdem machen wir Kreis-, Regel- oder Singspiele und singen schließlich gemeinsam ein Abschiedslied.

Danach packen wir die Rucksäcke und machen uns mit geröteten Wangen, nicht mehr ganz so sauber wie am Morgen und zum Teil schwer beladen mit Stöcken und anderen Schätzen des Waldes auf den Weg zu unserem Treffpunkt zurück. Dabei wird der Rückweg zum Ausgangspunkt wird ähnlich wie das freie Spiel gestaltet.

Um 13:00 Uhr werden die Kinder von ihren Eltern am Waldparkplatz abgeholt. Dabei besteht nochmals die Möglichkeit zu einem Austausch. Die Eltern erhalten Informationen über ihre Kinder oder die Ereignisse des Tages. Die Kinder treffen derweil schnell noch Verabredungen für den Nachmittag. Und dann geht's unter vielen "Tschüss-Rufen" ab nach Hause.

Um den Eltern den Kindergartenalltag transparent zu machen, dokumentieren wir einmal monatlich unsere Arbeit. Unser Wettertagebuch können die Eltern jederzeit einsehen.
Außerdem begrüßen wir es auch, wenn Eltern im Wald hospitieren